Mal-Materialien auf einem alten Holztisch

Bin ich zu alt?

October 11, 2026•4 min read

Bist du zu alt, um mit Kunst zu beginnen? Die ehrliche Antwort

Ich bin neulich über eine Google-Suchanfrage gestolpert, die mich nicht mehr losgelassen hat:

„Bin ich zu alt, um mit Kunst zu beginnen?"

Zu alt.

Ich weiß nicht, ob ich mehr traurig oder fassungslos war. Wahrscheinlich beides. In welcher Welt sind wir aufgewachsen, in der ein Mensch glaubt, für irgendetwas - und vor allem für den eigenen Ausdruck - zu alt zu sein?

Diese Frage ist kein Einzelfall. Sie ist ein Symptom. Ein Zeichen dafür, wie tief der Glaube sitzt, dass Kreativität ein Fenster hat, das irgendwann schließt.


Die Geschichte sagt: Anfangen geht immer

Wenn du denkst, du hättest den Zug verpasst, dann schau dir an, wann andere eingestiegen sind.

Mary Granville Delany erfand die Mixed-Media-Collage mit 71 Jahren. Im 18. Jahrhundert. Ohne Pinterest, ohne YouTube-Tutorials, ohne eine einzige Inspirationsquelle außer ihrer eigenen Neugier.

Henri Rousseau brachte sich das Malen selbst bei - mit 40 Jahren. Seine Arbeit wurde oft abgelehnt, ignoriert, belächelt. Trotzdem begann er mit 49 Jahren, vollzeitig zu malen. Heute hängen seine Bilder in den bedeutendsten Museen der Welt.

Großmutter Moses - Anna Mary Robertson Moses - begann mit Ende 70 zu malen, weil ihre Hände für Stickerei zu steif geworden waren. Sie suchte sich einfach ein neues Medium. Ihre Karriere dauerte zwei Jahrzehnte.

Und dann ist da noch Dr. Nell Irvin Painter, die in ihren 60ern ihren BFA und MFA machte und ein Memoir mit dem treffenden Titel „Old in Art School" schrieb.

Das sind keine Ausnahmen sondern wichtige Erinnerungen daran, was möglich ist, wenn man aufhört zu fragen, ob es noch erlaubt ist.


Was wirklich passiert, wenn wir den Ruf ignorieren

Hinter der Frage „Ist es zu spät?" steckt meistens keine echte Frage. Es steckt ein Wunsch darin, ein leises Ziehen von einem Teil von dir, der sich ausdrücken möchte. Er wird allerdings gehemmt von einem anderer Teil, der sofort bremst.

Das ist der Moment, auf den es ankommt.

Denn wenn wir diesen Ruf spüren, ist das kein Zufall. Es ist ein Signal. Etwas in uns möchte nach außen. Etwas wartet darauf, sichtbar zu werden und sich auszudrücken.

Wenn wir dieses Signal dauerhaft ignorieren, hat das Konsequenzen. Wir spüren diese Konsequenzen nicht plötzlich über Nacht oder mit einem lauten Knall sondern eher schleichend. Es berührt unser Selbstwertgefühl. Unsere Freude. Das Gefühl, wirklich mit uns selbst verbunden zu sein.

Kreativität ist kein Hobby, sie ist ein Grundbedürfnis. Etwas, das schon seit Anbeginn unserer Zeit in unserer DNA verankert ist. Und wer sie sich lange verwehrt - ein Jahr, ein Jahrzehnt, manchmal ein ganzes Leben - spürt irgendwann diese seltsame Leere, die sich nicht benennen lässt.


Zu spät ist es nicht. Aber der erste Schritt ist der schwerste.

Ich erlebe das immer wieder bei den Frauen, mit denen ich zusammen arbeite: Frauen in ihren 40ern, 50ern, 60ern - manche sogar in ihren 70ern und 80ern - die sich endlich erlauben, ihrer Kreativität Raum zu geben. Und was ich in diesen Momenten erlebe, lässt sich kaum in Worte fassen.

Es ist keine Nostalgie. Es ist kein „endlich habe ich Zeit". Es ist etwas viel Tieferes: die Erfahrung, sich selbst wiederzufinden.

Der erste Schritt fühlt sich oft seltsam an. Vielleicht ungewohnt, manchmal sogar ein bisschen lächerlich - so als ob man sich nicht sicher ist, ob man das „darf". Aber genau dieser Moment - dieser erste Pinselstrich, dieser erste Strich auf Papier oder auf der Leinwand - ist der wichtigste.


Du möchtest (wieder) anfangen - sanft, ohne Druck?

Genau dafür bin ich hier.

In meinen Kursen und in meiner Community begleite ich Menschen, die ihre Kreativität (wieder)entdecken möchten - egal ob sie nie angefangen haben oder nach Jahren wieder zurückkommen. Ohne Leistungsdruck oder Vergleiche. Mit viel Raum für das, was gerade in dir ist.

Wenn du spürst, dass da etwas in dir wartet: Schau gerne bei mir vorbei. Auf Instagram findest du mich unter @nicolebertschus - ich freue mich darauf, dich auf diesem Weg zu begleiten.

Denn der richtige Zeitpunkt, um anzufangen, ist nicht „irgendwann". Er ist jetzt.


Du möchtest gerne zu einer starken Gemeinschaft gehören und deine Kreativität auf eine ganz besondere tiefere Art erfahren? Dann schau dir meine Community "CREATIVE REWILDING CIRCLE" an und werde Teil einer Gruppe in der du Rückhalt, Austausch und Inspiration erlebst.


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Nicole Bertschus

Nicole Bertschus

Nicole Bertschus - Kreativ-Mentorin

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