
Kindheit
Warum ein Kind nie seine Zeichnung hinterfragt - und was wir davon lernen können.
Kreativität ist kein Talent. Sie ist ein Urinstinkt – und du hast ihn noch.
Kennst du dieses Gefühl? Du siehst die Arbeit von jemand anderem – ein Bild, ein Gedicht, eine gestaltete Seite – und dein erster Gedanke ist: „Dafür bin ich nicht gut genug."
Aber mal ehrlich: Seit wann braucht man eine Qualifikation für ein Gespräch mit sich selbst?
Als Kreativität noch selbstverständlich war
Erinnerst du dich an das Kind, das du einmal warst?
Es war dir völlig egal, ob der Baum drei Beine hat oder die Sonne lila ist. Du hast gezeichnet, weil du eine Hand hattest und einen Stift. Punkt. Kein Zögern, kein Vergleichen, kein Zweifeln – einfach machen.
Dieses Kind hat nicht überlegt, ob es „gut genug" ist. Es hat einfach die Hand bewegt und geschaut, was entsteht. Es hat sich selbst zugehört – ohne Filter, ohne Angst, ohne Publikum.
Das ist der Ausgangszustand. Dein Ausgangszustand. Nicht etwas, das du erst lernen musst. Etwas, das du einmal wusstest.
Der Moment, in dem etwas still wurde
Und dann – irgendwann zwischen Grundschule und Erwachsenenleben – kam die Frage: „Ist das gut?" Oder schlimmer noch: „Kann ich das überhaupt?"
Vielleicht war es eine Lehrerin, die einen Kommentar machte. Ein Mitschüler, der lachte. Oder einfach der schleichende Vergleich mit denen, die „wirklich talentiert" schienen.
Plötzlich wurde aus Freiheit Druck.
Wir haben angefangen zu glauben, dass nur derjenige etwas erschaffen darf, der es auch „beherrscht". Dass kreatives Schaffen eine Leistung sein muss – bewertet, verglichen, für würdig befunden. Vor allem von uns selbst.
Und so haben viele von uns leise aufgehört. Nicht mit einem großen Entschluss. Sondern ganz still. Stift hingelegt. Skizzenbuch zugeklappt. Irgendwann nicht mehr geöffnet.
Was in diesem Moment verloren geht
Es geht nicht nur um Zeichnen oder Malen. Es geht um etwas viel Tieferes.
Wenn wir aufhören, uns kreativ auszudrücken, verlieren wir einen Zugang zu uns selbst. Einen Raum, in dem Gedanken keine Worte brauchen. In dem das Chaotische, das Unfertige, das Ungeklärte einfach sein darf – auf Papier, in Farbe, in Form.
Kreatives Schaffen ist ein Ventil. Kein Leistungssport. Es geht darum, das, was drinnen rattert, nach draußen zu bringen – nicht damit andere es sehen, sondern damit du es siehst. Verstehst. Loslässt.
Viele Menschen beschreiben es so: Sobald sie wieder anfangen, zu zeichnen, zu malen, zu gestalten – irgendetwas in ihnen entspannt sich. Nicht weil das Ergebnis schön ist. Sondern weil der Prozess etwas in Bewegung bringt, was sonst feststeckt.
Eine Frage, die vielleicht etwas auslöst
Stell dir vor, du würdest heute Abend ein leeres Blatt vor dich legen. Kein Ziel, kein Thema, keine Erwartung.
Was würde passieren?
Vielleicht nichts. Vielleicht Unbehagen. Vielleicht die Stimme, die sagt: „Das hat doch keinen Sinn."
Aber vielleicht – ganz leise – auch etwas anderes. Eine Neugier. Ein Impuls. Ein kleines Zucken in der Hand.
Das wäre das Kind. Es ist noch da.
Technik kann man lernen. Den Mut muss man sich zurückholen.
Perspektive, Farbmischung, Komposition – das alles ist lernbar. Technik ist kein Geheimnis, das nur Auserwählten zugänglich ist.
Aber der Mut, sich einfach auszudrücken? Den muss man sich nicht neu erarbeiten. Den muss man sich nur zurückholen.
Denn am Ende ist kreatives Schaffen keine Kommunikation mit einer Galerie oder einem Publikum. Es ist ein Gespräch mit dir selbst. Und für dieses Gespräch gibt es keine Bewertungskriterien. Keine Mindestanforderungen. Keinen Türsteher.
Nur du. Ein Blatt. Und die Erlaubnis, die du dir selbst gibst.
Du willst wieder anfangen – aber weißt nicht wie?
Genau für diesen Moment bin ich hier.
In meiner Community begleite ich Menschen, die das kreative Schaffen ausleben möchten – ohne Leistungsdruck, ohne Perfektionsanspruch, ohne Angst vor dem leeren Blatt. Wir erschaffen gemeinsam. Wir hinterfragen nicht – wir machen einfach.
Gemeinsam mit anderen Frauen, die dir jederzeit den Rücken stärken findest du zurück in deine kreative Urkraft oder stärkst diese noch mehr.
Denn das Kind in dir hat nie wirklich aufgehört. Es wartet nur darauf, dass du ihm wieder den Stift gibst.
